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Meine kleine Kaffeeecke zu Hause – ein Ort für mich

From Delos Campaign


Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass meine Kaffeeecke zu Hause mehr sein darf als nur eine Abstellfläche für die Maschine. In unserer 58 Quadratmeter großen Wohnung kämpfen wir ständig um jeden Zentimeter. Die Küche ist schmal, der Flur dunkel, und irgendwo musste der Morgenkaffee seinen festen Platz . Also habe ich eine Nische im Wohnzimmer erkoren. Ein schmales Regal, eine Induktionsplatte für den Wasserkocher, eine kleine Siebträgermaschine. Daneben steht eine Kommode mit 16 cm hohen Beinen, damit ich den Staubsaugerroboter drunterschieben kann. Die Kaffeeecke zu Hause wurde zu meinem kleinen Ritual-Raum.



Ich erinnere mich noch gut an den ersten Monat. Die Tassen standen lose im Regal, die Bohnen lagen in einer durchsichtigen Dose, und alles sah nach provisorischer Notlösung aus. Dann kam der Moment, als meine Schwester für ein Wochenende zu Besuch war. Sie schlief auf unserer Couch, einer alten Couchgarnitur mit einem dünnen Schaumstoffpolster. Nach der ersten Nacht sagte sie: „Deine Kaffeeecke ist gemütlicher als mein Bett." Das hat mich zum Lachen gebracht, aber auch zum Nachdenken. Seitdem habe ich das Chaos in der Ecke systematisch entschärft. Ein kleiner Korb für die Milchschaumkanne, ein hölzernes Tablett für die Tassen, und ein hängendes Pflanzenregal an der Wand darüber.



Das Platzproblem bleibt trotzdem. Wir haben keinen Keller, keinen Abstellraum. Die Winterdecken und die Gästebettwäsche müssen irgendwo hin. Also habe ich mich nach einem Bett mit Stauraum umgesehen. Unser Schlafzimmer ist gerade einmal 12 Quadratmeter groß, aber ich habe ein Bett mit integriertem Kasten gefunden. Es ist ein schmales Modell, 140 mal 200 Zentimeter, aber der Raum unter der Matratze reicht für vier große Kisten. Jetzt habe ich endlich Platz für die dicken Kissenbezüge und die flauschigen Decken. Die Kaffeeecke zu Hause profitiert indirekt davon, denn die Sachen, die vorher auf der Kommode lagen, sind jetzt verstaut.



Mein Freund fand die Idee anfangs übertrieben. „Wir brauchen doch keine eigene Kaffee-Bar", sagte er. Aber dann habe ich ihm gezeigt, wie ich die Siebträgermaschine mit einem kleinen Timer versehen habe. Morgens um halb sieben läuft sie los, das Wasser ist heiß, der Kaffee duftet. Er steht auf, trinkt seinen ersten Schluck im Stehen, und sagt: „Okay, das ist genial." Seitdem ist die Ecke unser gemeinsamer Treffpunkt. Wir haben einen Sessel mit einer kleinen Auflage danebengestellt. Die Sitzfläche ist nicht riesig, aber mit einem 5 Zentimeter dicken Kissen reicht es für zwei Tassen und ein kurzes Gespräch.



Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich die Ecke auch für andere Dinge nutze. Wenn ich abends noch etwas lesen will, setze ich mich mit einem Tee dorthin. Der Stuhl ist nicht besonders bequem, aber ich habe ihn mit einem weichen Bezug versehen. Ein schlichter Stoff, der sich gut anfühlt. Dazu eine kleine Leselampe mit einem flexiblen Arm. Die Kaffeeecke zu Hause ist jetzt ein Ort für Pausen. Ich habe sogar einen kleinen Korb mit Zeitschriften danebengestellt. Die liegen da, bis ich sie in die Hand nehme. Kein Druck, keine Eile.



Als meine Mutter zu Besuch kam, brauchte sie eine Schlafmöglichkeit. Unser Wohnzimmer ist klein, aber ich habe eine Couch mit Schlaffunktion besorgt. Es ist ein schmales Modell mit einem Stahlgestell und einer dünnen Matratze. Die Liegefläche ist 140 mal 200 Zentimeter. Sie sagte, sie habe gut geschlafen. Der Clou: Die Couch hat einen Stauraum unter der Sitzfläche. Da passen zwei Kopfkissen und eine leichte Decke rein. Jetzt kann ich die Gästebettwäsche direkt dort lassen, ohne dass sie im Weg liegt. Die Kaffeeecke zu Hause bleibt davon unberührt, weil alles an seinem Platz ist.



Ein Freund von mir hat eine ähnliche Situation, aber er hat sich für eine andere Lösung entschieden. Seine Wohnung hat eine kleine Nische im Flur. Dort steht eine schmale Couch mit einem Federkern, die man ausklappen kann. Er nennt sie scherzhaft seine „Notfall-Couch". Die Sitzfläche ist nur 60 Zentimeter tief, aber wenn man die Rückenlehne umklappt, entsteht eine Liegefläche von 190 Zentimetern. Er hat einen dünnen Topper draufgelegt, damit es weicher ist. Ich finde, das zeigt, wie flexibel man mit wenig Platz sein kann. Man muss nur die richtige Kombination finden.



Inzwischen bin ich froh, dass ich mich für diese Lösung entschieden habe. Die Kaffeeecke zu Hause ist nicht perfekt, aber sie funktioniert. Der Stuhl knarrt manchmal, die Tassen sind nicht immer sauber, und das Regal ist staubig. Aber das macht nichts. Es ist mein kleiner Ort. Ich habe gelernt, dass man nicht viel braucht. Ein gutes Mahlwerk, eine ordentliche Tasse, und ein bisschen Ruhe. Der Rest kommt von selbst. Die Couch mit Schlaffunktion steht im Wohnzimmer, bereit für Gäste. Der Stauraum darunter ist gefüllt mit Decken. Alles hat seinen Platz. Und ich habe meinen morgendlichen Moment.